Messverstärker 7210

Sehr kleine Ströme in der Größenordnung von 10-12 Ampere wurden früher ausschließlich mit Spiegelgalvanometern gemessen. Diese elektrisch und mechanisch hochempfindlichen Geräte erforderten in der Bedienung besondere Umsicht und es bestand die Notwendigkeit der erschütterungsfreien Aufstellung und der Verdunklung sowie haben diese die Eigenschaft von lange Einstellzeiten.
Zur Messung sehr kleiner Gleichströme verwendete man mit Aufkommenn der Elektronenröhren linear verstärkende Meßverstärker, die es ermöglichten, Ströme in der Größenordnung von 10-11 Ampere mit technischen Milliamperemetern zu messen. Zur Anzeige konnten Demonstrations-Drehspulinstrumente mit 2 mA Vollausschlag verwendet werden.

Gleichstromverstärkung
Bei Strommessungen tritt an den Eingangswiderständen (100 kOhm bis 1000 MOhm) ein Spannungsabfall auf, der einem Gitter der beiden im Gegentakt arbeitenden Röhren E80 F zugeführt wird. Diese Röhren sind zur Erreichung kleinster Gitterströme stark unterheizt (Uh = 4 V, anstatt 6,3 V) und werden mit einer Anodenspannung von nur 40 V betrieben.
Die nachfolgenden beiden Pentoden EF 80, die ebenfalls im Gegentakt arbeiten, dienen zur weiteren Verstärkung. Ihre Steuergitter sind unmittelbar mit den Anoden der Röhren E80 F verbunden. Die Röhren EF 80 bilden zusammen mit ihren Anodenwiderständen eine Brückenschaltung, in der das gesteuerte System der veränderliche Zweig ist. An dem Ausgang "Meßgerät" kann der verstärkte Gleichstrom abgenommen werden. Die Verstärkung ist durch den Regler "Anpassung" so eingestellt, daß bei einem Spannungsabfall von 0,2 Volt am Eingangswiderstand das angeschlossene Milliamperemeters einen Strom von 2 mA (Vollausschlag) anzeigt.

Ladungsmessungen
Bei Ladungsmessungen liegen parallel zu den Eingangswiderständen Kondensatoren verschiedener Größe, deren Fassungsvermögen groß ist gegenüber der Kapazität der Stromquelle, d.h. des Ladungsträgers. Die an den Eingangswiderständen auftretenden Spannungsabfälle sind proportional den übertragenen Elektrizitätsmengen. Der Höchstwert des Zeigerausschlages am Milliamperemeters zeigt den gemessenen Ladungswert an.

Spannungsmessungen
Der Eingang besteht aus einem Spannungsteiler von 108 Ohm Gesamtwiderstand, dem auf den einzelnen Meßbereichen Teilspannungen von max. 0,2 V abgenommen und dem Verstärker zugeführt werden.

Wechselstromverstärkung
Die Eingangsspannungen werden dem Verstärker über Kondensatoren zugeführt. Mit dem Regler "Lautstärke" kann die Amplitude der Eingangsspannung verändert werden. Die in den beiden Stufen 2 x E80 F und 2 x EF 80 verstärkten Wechselspannungen werden über einen Kopplungskondensator der nachfolgenden Leistungsstufe (EL 86) zugeführt und weiter verstärkt (Max. Ausgangsleistung 4 Watt).
Zum Betrieb eines niederohmigen 4 Watt-Lautsprechers ist ein Ausgangsübertrager in das Gerät eingebaut.

Meßbereiche
Strommessung: in 5 Bereichen von 10-6 bis 10-10 A
Ladungsmessung: in 3 Bereichen von 10-7 bis 10-9 As
Spannungsmessung: in 5 Bereichen von 0,2 / 2 / 20 / 200 und 1000 Volt (Eingangswiderstand 100 MΩ)
Wechselspannungen: Verstärkungsfaktor ca 105
Röhrenbestückung: 1 x EZ 81, 2 x E80 F, 3 x EF 80, 1 x EL 86
Größe: 350 x 160 x 150 mm

Datenblatt Katalogauszug 1966 (888 kB) Schaltbild Schaltbld (58 kb)

Eine Bedienungsanleitung mit Schaltplan ist im Online-Shop erhältlich.

 


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