Tangentenbussole

Die Tangentenbussole besteht aus einem kreisförmig gebogenen Kupferstreifen, dessen geradlinig nach abwärts gebogene Enden unten mit Klemmschrauben zur Aufnahme der von den Polen der galvanischen Batterie kommenden Drähte versehen sind.
Im Mittelpunkt des kupfernen Ringes sitzt auf einer Spitze inmitten eines in Grade geteilten Kreises eine Magnetnadel; der Ring kann in seinem Fußgestell so gedreht werden, daß seine Ebene mit der Magnetnadel in ihrer Ruhelage (d. h. mit dem magnetischen Meridian) zusammenfällt. Sobald nun ein galvanischer Strom durch den Kupferring geht, wird die Nadel aus ihrer Ruhelage so weit abgelenkt, bis das Drehungsbestreben der erdmagnetischen Kraft, welche die Nadel in die Ebene des Ringes zurückführen will, demjenigen des galvanischen Stroms, welcher sie senkrecht zu dieser Ebene zu stellen strebt, das Gleichgewicht hält.

Tangentenbussole

zeitgenössische Zeichnung einer Tangentenbussole [58]

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Tangentenbussole von H&B um 1890 (Foto: J.-F.Loude)
Teil der Sammlung der Université de Lausanne (Suisse)

Da die Wirkung des Erdmagnetismus auf ein und dieselbe Magnetnadel als unveränderlich angesehen werden kann, so läßt sich aus den Ablenkungen, welche verschiedene Ströme hervorbringen, auf die Stärke dieser Ströme schließen, und zwar ergibt sich aus obiger Geichgewichtsbedingung, daß die Stromstärken sich verhalten wie die "trigonometrischen Tangenten" der Ablenkungswinkel.

Eine Tangentenbussole zeigt, an welcher Stelle eines Schließungskreises man sie auch einschalten mag, immer die gleiche Ablenkung und gibt dadurch kund, daß die Stromstärke in einer geschlossenen Leitung überall gleich groß ist [Meyers Konversationslexikon, 4.Auflage, Leipzig, 1888-1889].

Bauanleitung Bussole um 1920 Bauanleitung Bussole um 1920
Katalogauszug 1894 Katalogauszug von 1894 (1 Mb)

 


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