Drehfeld-Richtungsanzeiger

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H&B/Elima Drehfeld-Richtungsanzeiger
Die drei Wechselspannungen eines Drehstromsystems, die z. B. zwischen dem Sternpunkt und den drei Außenleitern abgegriffen werden können, erreichen ihren Höchstwert nicht gleichzeitig, sondern zeitlich nacheinander. Die Zeitdifferenz zwischen zwei Spannungen beträgt 1/3 der Periodendauer, bei 50 Hz also 6,67 ms. In einem Zeigerdiagramm drückt sich diese zeitliche Verschiebung durch eine räumliche Phasenverschiebung von 120 aus. Führt man Drehstrom der Ständerwicklung eines Motors zu, dessen Wicklung man als drei gleiche, symmetrisch auf dem Kreisumfang angeordnete Spulen betrachten kann, so erreichen auch die Magnetfelder jeder Spule zeitlich nacheinander ihren Höchstwert. Es entsteht trotz ruhender Ständerwicklung ein Drehfeld, das ebenso durch eine einzige rotierende und mit Gleichstrom gespeiste Spule erzeugt werden könnte. Der Umlaufsinn dieses Drehfeldes bestimmt die Drehrichtung des Motors; er ist der gleiche wie der Umlaufsinn der Spannungszeiger im Vektordiagramm des Drehstromnetzes und ist durch die Drehrichtung des Drehstromgenerators festgelegt. Zum Ermitteln des Drehsinnes in einem Drehstromnetz dient der Drehfeld-Richtungsanzeiger.

Die genormten an einer Drehstrommaschine oder einem Gerät angegebenen Klemmenbezeichnungen R, S, T besagen, daß die Arbeitsweise dann richtig ist, also z. B. der Motor oder der Zähler im vorgeschriebenen Drehsinn umläuft, wenn der Anschluß so erfolgt, daß die Spannung zuerst an der Klemme R, dann an S und zuletzt an T ihren Höchstwert erreicht. Für den richtigen Anschluß genügt daher lediglich die Kenntnis des Drehsinnes (der Phasenfolge); es ist nicht erforderlich, daß stets die gleichen Phasen an R, S oder T gelegt werden, sondern nur, daß die Phasenfolge im Sinne R-S-T- verläuft. Die Phasenfolge wird entgegengesetzt, wenn zwei beliebige Leiter an den Klemmen vertauscht werden.

Werden die mit R, S und T bezeichneten Klemmen an der Stirnseite des Drehfeld-Richtungsanzeigers mit den 3 Außenleitern des Drehstromnetzes verbunden, so dreht sich die im Fenster des Instrumentes sichtbare Scheibe. Die Phasenfolge ist richtig, d. h. sie entspricht der Folge R-S-T, wenn die Drehung in Pfeilrichtung erfolgt. Dreht sich die Scheibe entgegen der Pfeilrichtung, so müssen 2 Außenleiter miteinander vertauscht werden. Das handliche Instrument ist für alle gebräuchlichen Spannungen zwischen 100 V und 500 V und für Frequenzen von 40... 60 Hz geeignet. Je höher die angelegte Spannung ist, um so rascher dreht sich die Anzeigescheibe. Der Drehsinn kann jedoch auch bei der höchst zulässigen Spannung noch einwandfrei erkannt werden. Die Anschlußbuchsen haben federnde Druckkontakte, in die sowohl Bananenstecker als auch freie Drahtenden nach Niederdrücken der Tasten R, S und T eingeführt werden können.

Eine und aus Leder mit Umhängeriemen, in der das Instrument auch beim Messen bleiben kann, erleichtert die Arbeiten auf Montage und schützt das Gerät beim Transport.


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