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H&B Firmengeschichte

Übernahmen und Verkauf

In den dreißiger Jahren beschäftigte das Unternehmen rund 3000 Mitarbeiter. Nach dem Krieg folgte die Entwicklung zu einem modernen Unternehmen der Meß-, Regel- und Automatisierungstechnik. 1951 erwarb die Gruppe eine Mehrheitsbeteiligung an Schoppe & Fäser, ein führender deutscher Produzent in der Automatisierungstechnik für die Energieindustrie. 1969 erfolgte der Kauf der Wagner Digital Elektronik GmbH - ein Hersteller von digitale Messgeräten mit 250 Beschäftige und 8 Millionen DM Umsatz - für 3 Millionen Mark. Diese firmierte im Handelsregister als "Hartmann & Braun Digital GmbH" mit Sitz in Berlin-Charlottenburg. Andere bedeutende Übernahmen waren 1988 der Erwerb der US-Firma Applied Automation und 1991 den Kauf von Externe SeiteSensycon, dem damals führenden deutschen Hersteller von Temperaturmessgeräten.

 
ehemaliges Verwaltungsgebäude von Hartmann & Braun in Frankfurt a.M., Gräfstraße 97
© Frank C. Müller, CC BY-SA 4.0

Zum Jahreswechsel 1980/1981 ging der von der AEG-Telefunken seit 1968 gehaltene Aktienanteil von inzwischen mehr als 83% des Grundkapitals an die Mannesmann AG über. Die bisherigen Geschäfts- und Lieferbeziehungen zwischen AEG-Telefunken und Hartmann & Braun, sollten auch in Zukunft unverändert fortgesetzt werden. 1986 war die Mannesmann AG im Besitz von M.Holtmann, Personelle Verflechtungen auf Konzernführungsebene, Gabler-Verlag, 1989 94,66% der Stammaktien und 91,78% der Vorzugsaktien.
Im Jahre 1995 trennt sich die Mannesmann AG von der Unternehmensgruppe Hartmann & Braun. Für rund 1 Milliarde DM ging das mit einem Aktienkapital von 36 Millionen DM ausgestattete Unternehmen zum Jahresende mit Zustimmung der Europäischen Gemeinschaften (EEC) in den Besitz des niederländischen Konzerns Elsag Bailey Process Automation N.V. in Haarlem über (EEC Regulation 4064/89). Bereits am 17. November 1995 wurde die Übernahmeabsicht als "Vorherige Anmeldung eines Zusammenschlusses" im Amtsblatt der EEC veröffentlicht.
Nur Tage später teilte der neue Eigentümer mit, daß wegen der Neuorganisation des gekauften Unternehmens ein "Rückgang der Beschäftigung unumgänglich sei". An den beiden Standorten in Frankfurt und Heiligenhaus bei Düsseldorf sollen den Angaben zufolge bis Ende 1997 rund 670 Arbeitsplätze wegfallen [Rhein-Main-Zeitung 19.01.1996, S.56].
Im Zuge der Übernahme durch Elsag Baily erfolgte eine Umwandlung von einer AG in die "Hartmann & Braun GmbH & Co. KG" gefolgt von einem sog. "Delisting" der AG, d.h. die dauerhafte Einstellung der Börsennotiz und deren Aktienhandel.

1997 erfolgte der Umzug des Unternehmenssitzes nach Eschborn. Ein Jahr später wurde das 24.000 Quadratmeter große Hartmann & Braun Gelände in Bockenheim, das sich noch im Besitz der Mannesmann AG befand, verkauft [Rhein-Main-Zeitung 28.04.1998, S.50].
Zum Jahresende 1997 geriet H&B mit der Ankündigung erneut in die Schlagzeile, das Werk in Leipzig für industrielle Prozeßleitsysteme mit ihren 150 Arbeitsplätzen zu schließen. Die Treuhandanstalt veräußerte die Hinweis: Aufgrund eines Druckfehlers finden sich im Internet auch Angaben zu 'Geräte- und Regelwerk' anstatt 'Geräte- und Reglerwerk' GRW Geräte‑ und Reglerwerk Leipzig GmbH 1991 (1992?) an Hartmann & Braun - damals noch Teil des Mannesmann-Konzerns - und erhielt 2 Millionen DM an Fördermittel für die Erhaltung des Werks.
Das Leipziger Werk war bis vor kurzem in der Gewinnzone. Elsag Bailey jedoch und ihr 53-prozentiger Hauptaktionär, der italienische Staatskonzern Finmeccanica SpA, kamen kräftig ins Trudeln. Die Italiener machten allein im ersten Halbjahr 1997 rund 2 Milliarden DM Verlust, gut ein Viertel des Umsatzes. Eine Rückforderung der geflossenen Fördermittel im Falle einer Werksschließung wurde erwogen.

Im Jahre 1998 machte Asea Brown Boveri (ABB) dem Hauptaktionär von Elsag Bailey, der Finmeccanica SpA, ein Kaufangebot in Höhe von 2,1 Milliarden US$. Im Januar 1999 erfolgte dann der Kauf für rund 2,2 Milliarden US$.

Mit der im Jahre 1999 dann vollzogenen Übernahme wurde die Hartmann & Braun Gruppe nach fast 120 Jahren nach der Gründung in ABB vollständig integriert.

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